Tag gegen antimuslimischen Rassismus - 1. Juli

[Berlin] Der Rat muslimischer Studierender und Akademiker (RAMSA) ruft für den 1. Juli 2016 zum dritten bundesweiten Tag gegen Antimuslimischen Rassismus auf.

Der RAMSA wird dieses Jahr wieder gemeinsam mit Unterstützern zum Gedenktag von Marwa el-Sherbini eine Reihe von landesweiten Aktionen durchführen. Um den 1. Juli herum, wird mit diversen Veranstaltungen an den Jahrestag der Ermordung der Dresdener Pharmazeutin und ihres ungeborenen Kindes durch einen rassistischen Extremisten erinnert, um die Öffentlichkeit auf das Thema Islamfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus aufmerksam zu machen.

Zu diesem Zweck werden in Düsseldorf, Frankfurt, Bochum und unter anderem Münster die von den regionalen Allianzen des RAMSA organisierten Vorträge und Diskussionen stattfinden. In diesem Rahmen werden hochkarätige Experten, sowohl aus den Reihen des Rates als auch Externe, das Phänomen des antimuslimischen Rassismus, seine Geschichte, Akteure und Argumentationsmuster beleuchten.

Im Hinblick auf aktuelle gesellschaftspolitische Geschehnisse und Entwicklungen, wie etwa den Missbrauch und die Instrumentalisierung von Religion durch Terroristen, den Umgang mit Geflüchteten in Bezug auf ihre islamische Herkunft oder den Anti-Islam-Kurs der AfD, ist der 1. Juli als Zeichen gegen antimuslimischen Rassismus in diesem Jahr umso notwendig und signifikant. Thematisiert werden sollen dieses Jahr insbesondere der Rechtsruck in Europa und die damit verbundene Debatte über Geflüchtete, die zum großen Teil aus muslimisch geprägten Ländern kommen und in Deutschland Asyl suchen. In diesem Zusammenhang soll auch die “Distanzierungsdebatte” hinsichtlich Menschen muslimischen Glaubens nach religiös-extremistisch motivierten Terroranschlägen behandelt werden.

Auch die mediale Darstellung dieser und vergleichbarer Themen soll mit Betracht auf aktuelle Vorfälle, wie die Kontroverse um die Schließung eines Gebetsraumes an der TU Dortmund oder das Messerattentat von Grafing, einer differenzierteren und diskursiven Auseinandersetzung unterzogen werden. Vor allem Empowerment innerhalb wissenschaftlicher Einrichtungen und akademischem Umfeld, ist für uns, als bundesweite Dachorganisation muslimischer Hochschulgruppen und Akademiker, selbstverständlich ein großes Anliegen. Der diesjährige Fokus soll hierbei durch den Diskurs um Rassismus innerhalb muslimischer Gruppierungen erweitert werden.

Verwirklichen wollen wir dies gemeinsam mit einer Vielzahl muslimischer und nichtmuslimischer Partner.  „Wir wollen mit diesem dritten Aktionstag noch mehr Menschen erreichen und auch dafür gewinnen, langfristig den Kampf gegen antimuslimischen Rassismus und andere menschenfeindliche Einstellungen und Ideologien zu unterstützen“, so die Präsidentin des Rates Hatice Durmaz. „Der Aktionstag ist der jährliche Höhepunkt einer Arbeit, die wir das ganze Jahr lang tagtäglich leisten, seit 2013 auch als offizielle Beratungsstelle bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.“

Weitere Informationen über den Aktionstag finden Sie auf die offiziellen Homepage: www.tgamr.de


Pressekontakt:
Fares Yassof
Ressortleiter Öffentlichkeitsarbeit

pr@ramsa-deutschland.org

Rat muslimischer Studierender & Akademiker

Der RAMSA ist eine Dachorganisation muslimischer Studierender und Akademiker in Deutschland und vertritt die Belange religiöser Muslime an 40 deutschen Universitäten und Fachhochschulen.

Wir streben nach Fortschritten in Bildung und Forschung sowie mehr gesellschaftlicher Partizipation der Muslime in Deutschland. Weitere Schwerpunkte sind die Präventionsarbeit gegen jegliche Extremismen und Rassismen,  die Dialogarbeit, insbesondere mit christlichen und jüdischen Partnern, sowie das Arbeiten für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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